Warum klingen digitale Quellen unterschiedlich? Jitter, Reclocking und Masterclock
Bits sind Bits, trotzdem klingt nicht jeder Streamer gleich. Was Jitter ist, wie Reclocking und eine Masterclock wirken und warum das Netzwerk mitspielt.
Kabel sind weder Zauberei noch Nebensache. Sie sind das Bindegewebe der Kette, und man merkt es vor allem, wenn etwas nicht stimmt. Machen Sie zuerst das Unstrittige richtig: Querschnitt, Kontakt, Länge, Impedanz. Dann hören Sie selbst, an Ihrer Kette, mit Ihrer Musik.
Querschnitt und Länge des Lautsprecherkabels sind real wichtig. Zu dünn oder zu lang, und der Widerstand steigt, der Dämpfungsfaktor sinkt, die Basskontrolle leidet. Kontaktqualität ist die zweite unstrittige Größe. Oxidierte, lockere Stecker sind eine hörbare Fehlerquelle, die kein Kabel der Welt rettet. Bei Phono- und Cinch-Verbindungen spielt die Kapazität eine messbare Rolle, besonders bei MM-Systemen und langen Strecken. Bei Digitalkabeln ist die korrekte Impedanz technisch begründet: 75 Ohm beim koaxialen S/PDIF.
Daraus folgt eine Besonderheit, die jeder Alltagslogik widerspricht: Ausgerechnet beim koaxialen Digitalkabel kann ein kurzes Kabel nachteilig sein. Der Grund sind Reflexionen an den Steckern; wie stark sie stören, hängt von Signal, Steckern und Empfänger ab. Als Faustregel hat sich bewährt, dieses eine Kabel nicht allzu kurz zu wählen, in vielen Konstellationen fährt man mit rund einem Meter ruhiger. Für alle anderen Kabel gilt: so kurz wie sinnvoll.
Klangunterschiede zwischen korrekt dimensionierten, hochwertigen Kabeln sind real berichtet, auch von mir in vielen Vorführungen. Aber sie sind oft klein, stark systemabhängig und im Blindtest schwer zu reproduzieren. Kein Kabel ersetzt eine Raumbehandlung, und kein Kabel repariert eine unpassende Komponente.
Kabel sind der schwierigste Baustein der Anlage. Nicht weil sie kompliziert wären, sondern weil sie passen müssen: zu den Geräten, zum Charakter der Kette, zueinander. Man kann ein Kabel wie einen Klangregler verwenden. Ein wärmer klingendes beruhigt eine zu helle Kette, ein schnelleres gibt einer weichen Anlage Kontur. Falsch eingesetzt kaschiert man Fehler statt sie zu beheben. Genau deshalb ist ein guter Händler beim Kabel mehr wert als bei fast jedem anderen Teil der Kette. Unser hauseigenes Lautsprecherkabel HTA fertigen wir in dritter Generation in Graz, speziell entwickelt für Naim- und Röhrengeräte.
Das am meisten unterschätzte Kapitel kostet nichts. Trennen Sie Netz- und Signalkabel, Kreuzungen im rechten Winkel. Wege so kurz wie sinnvoll, keine engen Ringe, Überlängen in weiten, lockeren Bögen. Eine saubere Erdungsführung ohne Brummschleifen ist mehr wert als die meisten Kabelwechsel. Und tauschen Sie die billigen Blechbrücken zwischen den Bi-Wiring-Klemmen gegen gute Kabelstücke. Ein paar Euro, der Gewinn ist oft hörbar.
Kabel sind der letzte Feinschliff, nicht das Fundament. Eine vernünftige Größenordnung sind fünf bis zehn Prozent des Gesamtbudgets. Wer mehr investieren will, soll das tun, aber als bewusste Charakterentscheidung am Ende, wenn Raum, Aufstellung und Geräte stimmen. Und immer nach dem Prinzip: ausborgen, im eigenen Raum hören, in Ruhe entscheiden.
Als Richtwert fünf bis zehn Prozent des Gesamtbudgets, und erst dann, wenn Raum, Strom und Aufstellung stimmen. Im Einstieg bis etwa 3.000 Euro Anlagenwert tun ordentliche Kabel unter hundert Euro das Paar, was sie sollen.
Für übliche Längen bis fünf Meter sind 2,5 mm² eine sichere Basis, bei längeren Wegen oder niederohmigen Lautsprechern mehr. Zu dünn kostet Basskontrolle.
Bei kurzen Wegen und ungestörter Umgebung ist Cinch völlig ausreichend. XLR spielt seine Stärke bei langen Strecken und in gestörter Umgebung aus, weil es Störungen unterdrückt, die auf beiden Leitern ähnlich auftreten.
Beim koaxialen S/PDIF können Reflexionen an den Steckern stören; wie stark, hängt von Signal, Steckern und Empfänger ab. Als Faustregel fährt man in vielen Konstellationen mit rund einem Meter ruhiger als mit dreißig Zentimetern, eine feste Mindestlänge ist das aber nicht. Alle anderen Kabel: so kurz wie sinnvoll.
Oft ja, aber systemabhängig: Ein korrekt dimensioniertes Serienkabel ist nicht automatisch ein Klangengpass, bessere Kontakte oder zusätzliche Abschirmung können sich vor allem in störanfälligen Installationen auswirken. Testen Sie es im eigenen Raum, Strom ist von Haus zu Haus verschieden.
Dieser Ratgeber basiert auf einem Kapitel aus Die beste HiFi-Anlage für mich von Robert Czesany, dem Praxisleitfaden vom High-End-Händler, vom Einstieg bis zur Spitzenklasse. Erhältlich in unserem Shop als E-Book sowie als Taschenbuch und Hardcover, und natürlich bei uns im Geschäft in Graz.
Sie möchten das auf Ihre Anlage und Ihren Raum übertragen? Vereinbaren Sie einen Hörtermin oder schicken Sie uns über die Beratung per E-Mail ein paar Fotos Ihres Raums. Telefon +43 316 822810.
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