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Klangoptimierung

Warum klingen digitale Quellen unterschiedlich? Jitter, Reclocking und Masterclock

Die Bits sind identisch, eine Eins bleibt eine Eins. Aber die Musik entsteht nicht aus den Bits, sondern aus ihrer Rückverwandlung ins Analoge. Dieser Vorgang hängt am Takt, am Filter, an der Ausgangsstufe und an der Stromversorgung. Dort, im Übergang von der Zahl zur Spannung, entstehen die hörbaren Unterschiede.

Der wahre Feind heißt Jitter

Ein Digitalsignal ist eine Folge von Werten zu exakten Zeitpunkten. Schwankt der Takt, kommen die richtigen Werte zur falschen Zeit. Das Ohr, das sich auf den Einschwingvorgang stürzt, hört genau das: verschmierte Impulse, eine unruhige Bühne, einen Hintergrund, der nicht ganz schwarz wird. Jitter ist im Digitalen, was der Gleichlauf beim Plattenspieler ist. Wie hörbar Jitter wird, hängt allerdings vor allem vom Wandler ab, nicht von einer Pauschalregel.

Reclocking und Resampling

Beim Reclocking wird das ankommende Signal mit einer präziseren, ruhigeren Uhr neu getaktet. Beim Resampling wird zusätzlich die Abtastrate verändert. In der Praxis gibt der Streamer sein Signal per USB an ein Reclocking-Gerät, etwa von MUTEC, das es neu taktet und per AES/EBU an den Wandler weiterreicht. Die Wirkung ist von Kette zu Kette verschieden, an modernen USB-Eingängen oft klein, an anderen deutlich. Deshalb vor dem Kauf im Vergleich hören.

Ein Detail, das nichts kostet: Bleiben Sie in der Samplerate-Familie. Material mit 44,1 kHz wird sinnvoll auf 88,2 oder 176,4 hochgerechnet, Material mit 48 kHz auf 96 oder 192. Gute moderne Konverter wechseln die Familie sauber, für einfachere Geräte bleibt das eine sinnvolle Vorsichtsregel.

Die Masterclock: ein Takt für alle

Statt jedem Gerät seine eigene, mehr oder weniger genaue Uhr zu lassen, gibt eine hochpräzise 10-MHz-Referenz, etwa ein MUTEC REF10, allen Geräten der Digitalkette denselben Bezug vor. Die 10 MHz sind eine Referenz, nicht die Abtastrate selbst. Gelingt das, tritt ein Grundrauschen zurück, das viele Hörer nie als Rauschen wahrgenommen haben. Die Bühne wird stabiler, der Hintergrund schwärzer, und es stellt sich das Gefühl ein, dass alle Musiker wirklich zusammen spielen.

Technisch will das sorgfältig gemacht sein: Impedanz (oft, aber nicht immer 50 Ohm), Terminierung und Verkabelung gibt das Handbuch des Herstellers vor. Dazu eine ruhige Stromversorgung. Versteht Ihr Wandler keine 10-MHz-Referenz, genügt es oft, das Reclocking-Gerät zu takten.

Das Netzwerk speist mit

Router, Switch und Server sind kleine Computer an billigen Schaltnetzteilen, die Hochfrequenzstörungen erzeugen können. Diese können über Netzwerkkabel und Masse zu Streamer und Wandler laufen. Die Bits kommen trotzdem vollständig an, wirksam wird die mitgeschleppte Störung. Ein wirksamer Hebel ist deshalb die Stromversorgung der Netzwerkgeräte. Tauschen Sie die mitgelieferten Netzteile gegen Linearnetzteile mit Ringkerntransformator, noch besser gegen Akkunetzteile. Hören Sie es sich an, aber mit Augenmaß: Wo Streamer und Wandler sauber galvanisch trennen, kann der Effekt klein sein.

Und die Reihenfolge?

Zuerst der Raum, dann Lautsprecher und ihr Verstärker, dann sauberer Strom, erst danach die Feinarbeit an der digitalen Kette. Ganz zuletzt das Zubehör. Wer den teuersten Taktgenerator in einen dröhnenden Raum stellt, hat Geld ausgegeben und wenig gewonnen. Die digitale Kette ist das Feinstimmwerkzeug am Ende, und in dieser Rolle ein erstaunlich wirkungsvolles.

Häufige Fragen

Was ist Jitter?

Zeitliche Schwankungen des Digitaltakts. Die Werte stimmen, kommen aber zur falschen Zeit. Hörbar werden kann das als unruhige Bühne und grauer Hintergrund, wie stark, hängt vor allem vom Wandler ab.

Bringt ein Reclocker etwas?

Es kann, muss aber nicht: an manchen Ketten mehr Ruhe und stabilere Bühne, an modernen USB-Eingängen oft wenig. Ausborgen und vergleichen.

Brauche ich eine externe Masterclock?

Sie ist die Königsdisziplin und lohnt sich in hochwertigen Digitalketten. Voraussetzung sind 10-MHz-Eingänge an den Geräten oder ein Reclocker, der die Referenz weitergibt.

Warum sollte ich Sampleraten nicht mischen?

44,1 kHz und 48 kHz sind zwei Familien. Gute moderne Konverter wechseln sauber zwischen ihnen, innerhalb der Familie hochzurechnen bleibt die sichere Vorsichtsregel.

Hat das Netzwerkkabel Einfluss auf den Klang?

Es ist nicht egal, aber die Stromversorgung von Router, Switch und Server kommt zuerst. Erst danach lohnt der Blick auf das Kabel.

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Aus dem Buch

Dieser Ratgeber basiert auf einem Kapitel aus Die beste HiFi-Anlage für mich von Robert Czesany, dem Praxisleitfaden vom High-End-Händler, vom Einstieg bis zur Spitzenklasse. Erhältlich in unserem Shop als E-Book sowie als Taschenbuch und Hardcover, und natürlich bei uns im Geschäft in Graz.

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