Lautsprecher richtig aufstellen und Raumakustik verbessern
Raummoden, Nachhall, Hörplatz: So stimmen Sie Ihren Wohnraum auf Ihre Anlage ab. Praxistipps vom High-End-Händler aus Graz, die fast nichts kosten.
Eine fabrikneue Anlage klingt noch nicht so, wie sie klingen wird. Das ist keine Ausrede der Branche, sondern Mechanik und Elektrochemie. Und nicht nur die Anlage muss sich eingewöhnen, Ihre Ohren müssen es auch. Die ersten dreißig Tage entscheiden, ob aus einem guten Kauf eine glückliche Anlage wird.
Sicken und Zentrierspinnen eines neuen Chassis sind steif wie neue Schuhe und brauchen Bewegung, um geschmeidig zu werden. Dass sich ihre Aufhängung dabei messbar verändert, ist belegt, wie stark und wie lange, ist modellabhängig. Manchen Bauteilen wie Kondensatoren wird nachgesagt, dass sie sich in den ersten Betriebsstunden setzen, das ist Werkstatt-Erfahrung, keine gesicherte Wissenschaft. Ein hörbares Einspielen von Kabeln ist nie sauber nachgewiesen worden. Rechnen Sie bei Lautsprechern eher mit einigen Wochen normalen Betriebs als mit einem festen Stundenwert, Elektronik ist meist früher so weit. In dieser Zeit wird der Bass tiefer und lockerer, die Höhen verlieren eine anfängliche Härte, die Bühne öffnet sich. Spielen Sie in den ersten Wochen viel Musik, gern bei moderater Lautstärke, wenn Sie nicht im Raum sind. Aber fällen Sie kein Urteil.
Für feine Details gibt es kaum ein akustisches Gedächtnis, aber eine Gewohnheit: den Klang der alten Anlage, jahrelang eingeschliffen, mit allen Fehlern. Eine bessere Anlage klingt deshalb am Anfang oft nicht besser, sondern anders, und anders fühlt sich für das Gehirn erst einmal falsch an. Der aufgeblähte Bass fehlt plötzlich, das Ohr vermisst ihn, obwohl er nie richtig war. Ich habe Kunden erlebt, die nach zwei Tagen beunruhigt anriefen und nach drei Wochen ihre alte Anlage nicht mehr ertragen konnten. Geben Sie sich dieselben Wochen, die Sie der Anlage geben.
Bleiben Sie mit Ihrem Händler im Gespräch. Bei uns gehört es zum Kauf dazu, dass wir nach den ersten Wochen nachfragen, und wenn etwas stört, kommen wir nach. Fast immer ist es ein Handgriff: eine Einwinkelung, ein vertauschtes Kabel, ein Lautsprecher, der beim Staubsaugen fünf Zentimeter gewandert ist. Eine Anlage ist kein Produkt, das mit der Lieferung fertig ist. Sie ist der Anfang einer Beziehung zwischen Ihnen und Ihrer Musik. Unabhängig von dieser Hörphase gelten alle gesetzlichen und vertraglichen Widerrufs-, Rückgabe- und Gewährleistungsfristen. Warten Sie mit dem Anruf deshalb nicht bis zum Ende der dreißig Tage, wenn ein Mangel erkennbar ist.
Eher einige Wochen normalen Betriebs als einen festen Stundenwert, wie lange genau, ist modellabhängig. Elektronik ist meist früher so weit. In dieser Zeit wird der Bass lockerer, die Höhen verlieren Härte, die Bühne öffnet sich.
Meist klingt sie nicht schlechter, sondern anders, und Ihr Gehör ist an die Fehler der alten Anlage gewöhnt. Geben Sie sich und der Anlage drei bis vier Wochen.
Ab der zweiten Woche, wenn die ersten Betriebsstunden in den Chassis sind. Vorher verändert sich der Klang täglich. Den allerletzten Schliff heben Sie sich auf, bis sich der Klang von Woche zu Woche nicht mehr merklich ändert.
Besser nicht. Das Einspielen ist bereits eine Baustelle. Wer gleichzeitig tauscht, weiß nie, welche Änderung er hört.
Händler anrufen. Fast immer ist es ein Handgriff vor Ort: Einwinkelung, Phase, ein verrutschter Lautsprecher.
Dieser Ratgeber basiert auf einem Kapitel aus Die beste HiFi-Anlage für mich von Robert Czesany, dem Praxisleitfaden vom High-End-Händler, vom Einstieg bis zur Spitzenklasse. Erhältlich in unserem Shop als E-Book sowie als Taschenbuch und Hardcover, und natürlich bei uns im Geschäft in Graz.
Sie möchten das auf Ihre Anlage und Ihren Raum übertragen? Vereinbaren Sie einen Hörtermin oder schicken Sie uns über die Beratung per E-Mail ein paar Fotos Ihres Raums. Telefon +43 316 822810.
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